Adjuvante Anwendung der HBO bei Knochenmarködemsyndrom (KMÖS) und aseptischer Osteonekrose

Spontan auftretende Gelenkschmerzen ohne erinnerliches auslösendes Ereignis sind häufig ein erster Hinweis und Leitsymptom für ein Knochenmarködemsyndrom oder eine aseptische Osteonekrose.

Alle Knochen des Körpers können davon betroffen sein, aber meist betreffen diese Erkrankungen das Knie-, Sprung- und Hüftgelenk, sowie die Hand- und Fußwurzelknochen.

Die Genese dieser Erkrankung ist vielfältig, häufig lässt sich die genaue Ursache nicht ermitteln. Den meisten Erscheinungsformen gemein ist aber eine Störung der Mikrovaskularisation.

Im Sinne eines lokalen Kompartmentsyndroms kann es durch Druckerhöhung im betroffenen Knochenabschnitt nach Überschreiten eines „point of no return“ konsekutiv zu Perfusionsstörungen und dadurch zu einem Knochenmarködemsyndrom, bzw. aseptischer Osteonekrose kommen.

Wenn der Patient nach Primärdiagnostik durch konventionelles Röntgen und trotz konsequent durchgeführter konservativer Therapie über anhaltende Beschwerden klagt, wird im Regelfall ein MRT des betroffenen Körperabschnittes veranlasst.

Durch die gezielte MRT-Diagnostik werden auch frühe Erkrankungsstadien des KMÖS und der aseptischen Osteonekrose sicher erkannt. Hierdurch wird die Erkrankungsschwere bestimmt, häufig erfolgt die Einteilung entsprechend der ARCO- oder Ficat-Klassifikation.

Im Zeitraum 1998 bis 2011 evaluierten wir im DKZ Heidelberg im Rahmen einer prospektiven Verlaufsstudie das klinische und radiologische Behandlungsergebnis der HBO-Therapie beim Knochenmarködemsyndrom bzw. der aseptischen Osteonekrose des Knie- und Sprunggelenkes bei 382 Patienten.

Entsprechend dem Erkrankungsstadium demonstrierte die Studie ein gutes Outcome für einen nachhaltigen Therapieerfolg beim Einsatz der HBO-Therapie: Fast 80 Prozent der Patienten mit einem Knochenmarködemsyndrom oder einer aseptischen Osteonekrose im Knieglenksbereich im Stadium 1 nach ARCO waren nach Therapie klinisch völlig beschwerdefrei, im Stadium 2 ca. 70 Prozent. Selbst im Stadium 3 fand sich eine Beschwerdefreiheit bei knapp 60 Prozent der Patienten.

 

Wirkungsweise der HBO beim Knochenmarködemsyndrom und der aseptischen Osteonekrose:

  • Ödemreduktion durch arteriol. Vasokonstriktion (Villanucci 1990)
  • Angioneogenese (Mader 1992)
  • Remodelling des Knochens durch Osteoklasten- und Osteoblastenaktivierung (Magnant 1992)
  • Zunahme der Kollagensynthese (Kindwall 1992)

Fazit für die Praxis:

Die Therapie des Knochenmarködemsyndroms und der aseptischen Osteonekrose mittels der Hyperbaren Oxygenierung ist ein etabliertes und risikoarmes Behandlungsverfahren, mit dem sich in Abhängigkeit des Erkrankungsstadiums operative Eingriffe und die damit verbundenen Risiken vermeiden lassen.

 

Zum Einsatz der HBO bei Knochenmarködemsyndrom (KMÖS) und aseptischer Osteonekrose

Camporesi E.M., Vezzani G.: Hyperbaric Oxygen Therapy in Femoral Head Necrosis; J Arthroplasty 2010; 25 (6 Suppl.): 118-123 (EK 1 b-Studie)

Wirth C. J., Muschel W., Kohn D., Pohlemann T.: Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie; 3. Auflage 2013; Georg Thieme Verlag

von Reumont J., Fabian A.: Die Behandlung des Knochenmarködemsyndroms (KMÖS)-Osteonekrose; Caisson 2014; 29 (4): 34-3

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